Sportrix Anita Portrait
Anita Birklbauer
29.1.26

Warum dein Laktatwert mehr bedeutet als du denkst!

Wenn du trainierst, hast du ihn sicher schon gehört: „Der Laktatwert entscheidet über deine Leistungsfähigkeit.“ Aber was bedeutet das eigentlich und vor allem stimmt das wirklich?

Jeder, der trainiert, hört früher oder später den Begriff „Laktat“. Viele Sportler:innen hören, dass der Laktatwert entscheidend für Leistungsfähigkeit, Belastungssteuerung oder Trainingszonen sei. Eine aktuelle narrative Übersicht zeigt: Laktat ist viel komplexer, als es viele Trainingsmythen glauben machen. Laktat ist weit mehr als ein einfacher Indikator für Belastung. Und für Sportler ergeben sich daraus wichtige Schlussfolgerungen.

Laktat ist kein Abfallprodukt, sondern ein zentraler Energieträger

Lange galt Laktat als Zeichen der Übersäuerung und als Ursache für einen kurzfristigen Leistungsabfall. Die moderne Forschung widerspricht diesem Bild.
Unser Körper produziert 24/7 Laktat, es wird kontinuierlich transportiert und von verschiedenen Geweben wiederverwendet wie beispielsweise von Herz, Gehirn und gut trainierten Muskeln. Die sogenannte Lactate-Shuttle-Theorie beschreibt diese ständige Weitergabe von Laktat als Energiequelle.

Das bedeutet für Sportler:
Entscheidend ist nicht, wie hoch der gemessene Laktatwert ist, sondern wie effizient dein Körper Laktat wieder abbauen und nutzen kann.
Darstellung von Laktat als Energiequelle durch die Lactate-Shuttle-Theorie. aus:  Benítez-Muñoz & Rocío Cupeiro (2025)

Laktatwerte spiegeln mehr wider als die Trainingsintensität

Der Review zeigt, dass Laktatmessungen sehr empfindlich auf äußere und innere Faktoren reagieren. Dazu gehören:

  • Trainingszustand und Mitochondrienkapazität
  • Muskelfasertypen (mehr schnellzuckende Fasern = mehr Laktatproduktion)
  • Ernährung und Koffeinzufuhr
  • Umgebungstemperatur
  • Art der Blutprobe (kapillar vs. venös)
  • Zeitpunkt der Abnahme
Schematische Darstellung der Faktoren, die Laktat beeinflussen. aus: Benítez-Muñoz & Cupeiro (2025)

Was für dich und deine Test entscheidend ist, denn damit wird klar, dass zwei Laktatwerte nur dann wirklich vergleichbar sind, wenn alle bzw. möglcihst viele Rahmenbedingungen gleich sind.

Was bedeutet das für die Trainingspraxis?

Ein einzelner Messwert ist wenig aussagekräftig. Wichtiger sind Entwicklungen über mehrere Wochen oder Monate. Deswegen sollen Laktattest für Trainingssteuerung und Trainingsbegleitung in regelmäßigen Abständen wiederholt werden bzw. Trainingsintensitäten immer wieder überprüft werden, damit man weiß, die die Trainingszonen noch adäquat sind.

Laktat als Trend nutzen, nicht als absolute Größe

Das ist auch der Grund, warum teilweise Laborbedingungen nicht ganz outdated sind, denn sort lassen sich Messbedingungen konsequent standardisieren. Und das ist für die Überprüfung von Zonen ein entscheidender Faktor. Damit deine Laktatwerte verlässlich sind, sollten folgende Bedingungen konstant bleiben:

  • gleiche Tageszeit
  • gleiche Ernährung vorher
  • identisches Aufwärmprogramm
  • gleiche Testart
  • ähnliche Temperatur
  • gleiche Probenart
Je standardisierter, desto aussagekräftiger die Daten.

Wichtig und eigentlich standardmäßig fürs Training werden bei Laktatwerten mehrere Parameter kombiniert. Laktat macht am meisten Sinn, wenn du es mit Herzfrequenz, subjektivem Belastungsempfinden und Leistungsdaten (Pace, Watt, Geschwindigkeit) zusammen betrachtest.

Praktische Anwendung für verschiedene Sportarten

Ausdauersport

Ideal für Schwellenbestimmung und Trainingszonen, aber nur bei sauberer Testdurchführung.

Kraft- und Intervallsport

Hohe Laktatwerte bedeuten nicht automatisch „mehr Effekt“. Oft ist eine kontrollierte, moderate Laktatbelastung sinnvoller.

Teamsport

Laktatmessungen helfen, Belastungsprofile im Training und Wettkampf zu verstehen und Wiederholungsintervalle präziser zu steuern.

Conclusio für dich

Laktat ist kein Gegner deiner Leistungsfähigkeit, sondern ein vielseitiger Energieträger. Wenn du verstehst, wie Laktat entsteht, transportiert und genutzt wird, kannst du Training, Regeneration und Belastungssteuerung deutlich präziser gestalten.

Benítez-Muñoz & Cupeiro (2025) https://doi.org/10.1111/apha.70131

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