Eines was man Ausdauer-Freaks nicht nehmen kann: deren Training. Ohne Training wird der Wettkampf zur Qual, körperlich und geistig und auch die Tage danach werden ohne entsprechende Vorbereitung eher zur Qual. Immer wieder gibt es Untersuchungen zum Marathon, immer wieder gibt es positive wie negative Berichte zu solchen Events und diverse Studien versuchen Licht ins Marathondunkel zu bringen. Gerade ist eine im JAMA erschienen, die ich euch hier kurz zusammenfassen möchte, weil die Ergebnisse interessant sind.
Warum überhaupt Zweifel am Marathonlauf bestehen
Nach einem Marathon zeigen viele Läufer messbare Veränderungen im Körper:
- Die Funktion der rechten Herzkammer kann kurzfristig eingeschränkt sein
- Im Blut steigt häufig der klassische Herzmarker Troponin, der sonst mit Herzstress oder einem Herzinfarkt in Verbindung gebracht wird
Diese Beobachtungen haben zu der Frage geführt, ob wiederholte Marathonläufe langfristig das Herz schädigen könnten.
Die Langzeitstudie im Überblick
In einer über zehn Jahre laufenden Studie wurden 152 männliche Freizeit-Marathonläufer untersucht. Die Forscher führten umfassende Herzuntersuchungen durch. Nämlich:
- vor dem Marathon
- direkt nach dem Lauf
- einen Tag nach dem Marathon
- drei Tage nach dem Marathon und erneut
- zehn Jahre nach dem Laufevent.
Ziel dabei war es, mögliche dauerhafte Veränderungen der Herzfunktion zu erkennen.
Die wichtigsten Ergebnisse
1. Veränderungen sind nur vorübergehend
Unmittelbar nach dem Marathon zeigte sich bei vielen Läufern eine leicht verringerte Pumpfunktion der rechten Herzkammer.
Wichtig war das Ergebnis, dass bereits nach einem Tag die Erholung begann und nach drei Tagen die Herzfunktion nahezu wieder normal war. Und bei der längsten Nachmessung Nach zehn Jahren konnten keine bleibenden Schäden festgestellt werden.
2. Troponin-Anstieg bedeutet keinen Herzschaden
Obwohl Troponinwerte nach dem Lauf häufig erhöht waren, zeigte sich kein Zusammenhang zwischen diesen Werten und späteren Herzproblemen. Was so viel bedeutet wie ein kurzfristiger Troponin-Anstieg nach extremer Belastung ist offenbar eine normale Reaktion des Körpers, aber kein Zeichen für langfristige Schäden.
3. Auch die linke Herzkammer bleibt unauffällig
Einige Messwerte der linken Herzkammer veränderten sich statistisch leicht, blieben jedoch jederzeit im normalen, gesunden Bereich. Es gab keine Hinweise auf krankhafte Anpassungen.
Was bedeutet das für Freizeitläufer?
Die typischen Herzveränderungen nach einem Marathon sind so wie es sich in der Untersuchung zeig, wohl nur temporär. Es gibt keine Hinweise auf langfristige Herzschäden bei gesunden, gut vorbereiteten Läufern Und auch regelmäßiges Marathontraining ist für das Herz nicht gefährlich, sondern Teil einer normalen Anpassung an Ausdauerbelastung. Entscheidend dafür, dass es so bleibt dürfte die entsprechende Erholung sein. Gönnt man dem Herzen die entsprechende Regenerationszeit, dann steht dem Marathon nichts im Weg. Ist man zu übermutig, dann kann es gefährlich werden.
Fazit zu Marathon und Herzgesundheit
Die Angst vor einem „kaputtgelaufenen Herz“ ist nach aktuellem Forschungsstand weitgehend unbegründet. Für gesunde Freizeitläufer gilt:
Marathonlaufen belastet das Herz – aber es schadet ihm langfristig nicht.
Damit das so lange wie möglich bleibt, gilt wie bei jeder sportlichen Aktivität jedoch:
- gutes und cleveres Training
- ausreichende Regeneration
- regelmäßige ärztliche Herzchecks bzw. eine Abklärung bei Vorerkrankungen
Dann steht dem nächsten Start nichts im Weg.
https://jamanetwork.com/journals/jamacardiology/article-abstract/2842747





