Betreuung mit & für's Herz

Aus meiner bisherigen Arbeit heraus hat sich für mich meine Leidenschaft für die inneren Medizin bzw. Kardiologie entwickelt. Das Herz als unser wichtigster Motor ist für mich ein wesentliches Zentrum meines Zugangs zur Prävention und Trainingsbegleitung geworden. Doch wie arbeite ich als Sportwissenschafterin oder sportwissenschaftliche Trainingstherapeutin mit meinen Kunden oder Patienten?
 Als Sportwissenschafterin / Trainingstherapeutin betreue ich u.a. Kunden nach einem Herzinfarkt, Herzoperationen, Einsetzen von Stents oder Bypässen, Herzklappen-OPs, Personen mit Herzschwäche, Herzrhythmusstörungen, Bluthochdruck oder peripherer arterieller Verschlusskrankheit (PAVK). Ich unterstütze sie mit trainingstherapeutischen, sportwissenschaftlichen und leistungsadäquaten Maßnahmen.

Wie arbeite ich als Sportwissenschafterin bzw. Trainingstherapeutin mit Herzpatienten

Primäres Ziel ist vor allem eine Steigerung der Lebensqualität und eine Verbesserung der körperlichen Leistungsfähigkeit. Dabei spielt die Einbindung der Bewegung in den Alltag eine entscheidende Rolle, um das Auftreten weiterer Ereignisse zu vermeiden und vielleicht auch in der Folge Medikamente reduzieren zu können. Die Europäischen Gesellschaften für Kardiologie (ESC) und der präventiven (Sport)Kardiologie (EAPC) geben in regelmäßigen Abständen Neuerungen hinsichtlich der Betreuung von kardiologischen Patienten heraus, wobei eines immer deutlicher wird: Bewegung ist wegen der zahlreichen positiven Gesundheitseffekte die Therapie der Wahl.

Orientierend an den Guidelines und aufgrund meiner langjährigen Erfahrung setzen wir individuelle, entsprechend angepasste Trainingsreize – in der richtigen Dosis für die derzeitige körperliche Verfassung. Ziel des Trainings ist es, durch die richtige Belastung die vulnerablen Strukturen nicht zu überlasten, aber sie trotzdem Schritt für Schritt näher an die Normalität heranzuführen. 

Wesentlich ist auch der Aspekt, dass bei der Betreuung der behandelnde Arzt ein entscheidender Mitspieler ist. Das Training ist nur so gut, wie die interdisziplinäre Betreuung und die Zusammenarbeit mit dem Internisten oder Kardiologen. Perfekt abgestimmt ist es für den Kunden nur ein Gewinn. 

Was nicht vergessen werden soll?

Kein Training ohne Test! Das heißt: Keine Training ohne zuerst das Herz auf die Sporttauglichkeit zu prüfen. Zuerst geht's zum Belastungstest-EKG. Dort sehen wir genau, wie das Herz belastet werden darf, damit es nicht überfordert wird und damit ein sinnvoller Trainingsreiz erreicht wird. Nach dem OK geht's für uns rein ins Training. So können wir entspannt und motiviert an der Rückkehr zur Normalität arbeiten.

Viele starten einfach selbst drauf los, weshalb Sport immer noch oft als zweischneidiges Schwert betrachtet wird. Entscheidend ist einfach das Wissen um die Erkrankung, um die Belastbarkeit und die Risiken zu intensiver Trainingseinheiten bei der jeweiligen Herzerkrankung. Kraft, Ausdauer, Koordination, Athletiktraining, etc. – alles ist machbar – aber abhängig von den unterschiedlichen Systeme und Strukturen, die durch die Herzerkrankung beeinträchtigt sind. Falscher Ehrgeiz ist mit einem erhöhtem Risiko für neuerliche kardiovaskuläre Ereignisse bei hoher Belastungsintensität und fehlender Trainingsadaptation verbunden. Training darf einen schon ins Schwitzen bringen; Training soll ja auch im Organismus zu Anpassungsprozessen führen – nur: das Herz bestimmt die Belastung. 

Als Sportwissenschafterin / Trainingstherapeutin zeige ich meinen Kunden oder Patienten im Rahmen meiner Betreuung ihr Training, bei dem das Herz im sportlichen Zentrum steht.